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Die Geschichte der Puppenhausminiaturen

Die Geschichte der Puppenhausminiaturen (eine kleine Zeitreise)

Die Geschichte von Miniaturen läßt sich bis in das alte Ägypten zurückverfolgen. Miniaturen wurden bei den Toten als Grabbeigaben gefunden. Ob sie auch als Spielzeug verwendet wurden, kann man heute nur vermuten.

Bereits vor Jahrhunderten bauten die Menschen Puppenhäuser und bildeten „große Dinge“ in Miniatur nach. Eines der interessantesten Zeugnisse dafür sind die bei Ausgrabungen am Grab von Meket-Re in Theben zu Tage gekommenen ägyptischen Miniaturläden und -gärten, die höchstwahrscheinlich im Auftrag der Pharaonen gefertigt wurden.

Puppenhäuser und Miniaturen, wie wir sie heute kennen, haben Ihren Ursprung in Deutschland. Schon damals war Nürnberg dafür bekannt. Auch heute noch sind die Glasarbeiten aus Thüringen und Holzspielzeug aus dem Erzgebirge weltweit bekannt.

Die Puppenstuben der damaligen Zeit waren "Lernobjekte" für die Töchter reicher Leute. Damit konnten sie die Haushaltsführung und den Umgang mit dem Personal erlernen. Oft ließen sich Adlige gerne ihren Besitz in Miniatur nachbilden um diesen vorzeigen zu können.

15. Jahrhundert

Puppenhäuser als Kinderspielzeug sind bereits seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Das älteste erwähnte Puppenhaus stammt aus dem Jahre 1557.
Herzog Albert von Bayern ließ für seine kleine Tochter ein sehr aufwendiges und prunkvolles Puppenhaus bauen, das aus vier Stockwerken, einem Ballsaal, einer Kapelle, einem Arbeitszimmer und einem Badezimmer in Miniaturgestalt bestand. Das wunderschöne Puppenhaus, das rein dekorativen Zwecken diente, wurde leider bei einem Feuer zerstört und es existieren nur noch Zeichnungen davon.

17. Jahrhundert

Die ältesten heute noch erhaltenen Puppenhäuser sind in Nürnberg im Nationalmuseum zu bewundern und stellen den Haushalt gutbürgerlicher Familien dar.

Die Spielzeugsammlung des Germanischen Nationalmuseums umfasst etwa 20.000 Sammlungsobjekte, darunter auch zahlreiche historische Spiele für Erwachsene. Dem Sammlungsauftrag des Museums entsprechend ist die Abteilung vor allem kulturgeschichtlich geprägt. Im Mittelpunkt stehen die vier großen Nürnberger Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert, die zugleich Repräsentations- und Anschauungsobjekte für die heranwachsenden Töchter des reichsstädtischen Bürgertums und des Patriziats waren. Darüber hinaus vermitteln die Häuser ein anschauliches Bild von der Wohnkultur des 17. Jahrhunderts. Neben Einrichtungsstücken wie Möbeln, Tafelgerät und Bildern in Miniaturformat ziehen in den Wirtschafts- und Wohnräumen vor allem Gegenstände des täglichen Gebrauchs die Aufmerksamkeit auf sich, die heute im Originalformat nur selten erhalten sind.

Aus dem Jahre 1610 stammt ein Nürnberger Haus mit 3 Stockwerken. Daß dieses nicht für Kinder gedacht war, sieht man besonders gut an den darin befindlichen Wandmalereien, beispielsweise die Darstellung einer Nonne, die von einem Mönch verführt wird - auf einer weiteren Darstellung sieht man sie dann bei der Verrichtung der Buße. Auf das Jahr 1631 ist das Haus von Anna Köferlin zurückzuführen - hiervon sind leider auch nur noch Bilder vorhanden. Sie war eine Witwe, die außerdem früh ihre Kinder verloren hatte. Den Großteil ihres Privatbesitzes investierte sie in den Bau eines großen Hauses, das sie dann ausgestellt hat. Gegen ein kleines Entgelt konnten dann Mütter mit ihren Töchtern besichtigen, wie ein gut geordneter Haushalt funktioniert und die einzelnen Gegenstände zu gebrauchen sind. Die Herkunft des Stromerhauses (1639) ist unklar - es wurde nach seinem letzten Besitzer, dem Baron von Stromer benannt. Es zeigt die Einrichtung einer sehr vermögenden Familie und ist reich ausgestattet. Besonders die üppig ausgestattete Küche galt als Zeichen größten Reichtums.

Die Entwicklung einer zunehmenden Pädagogisierung des Spielzeugs und seiner didaktischen Nutzung seit der Aufklärung, die das Jungen- und Mädchenspielzeug seit dem 18. Jahrhundert prägten, lassen sich besonders an frühen Zinnfiguren verdeutlichen. Ein hervorragendes Beispiel dafür sind Serien mit Tierdarstellungen vom 18. Jahrhundert aus der Offizin von Johann Georg Hilpert aus Nürnberg, der als ältester Zinnfigurenhersteller gilt. Die größte Zahl der 12.500 Figuren umfassenden Zinnfigurensammlung stammt aus dem 19. Jahrhundert, insbesondere aus der Offizin von Ernst Heinrichsen in Nürnberg. Im Rahmen des Spielzeugs für Jungen sind außerdem Fuhrwerke und Pferde sowie Baukästen des 19. Jahrhunderts und eine größere Anzahl an optischem Spielzeug zu nennen, darunter einige Zauberlaternen (Laterna Magica). Beim Mädchenspielzeug stellen Spielpuppen aus Holz, Wachs, Papiermaché und Porzellan vom 18. bis zum frühen 19. Jahrhundert - neben Puppenstuben und Puppenhäusern - den zweiten Schwerpunkt dar.

Ab 1670 gab es dann auch in Holland die ersten Puppenhäuser in den Amsterdamer Herrscher- und Kaufmannshäusern. Typisch war dabei der Einbau in einen Kabinettschrank.

Amsterdam war Ende des 17. Jahrhunderts eine reiche Hafenstadt, es gab exotische Dinge und unbekannte Materalien aus aller Herren Länder. Reiche Bürger und Kaufleute legten sich regelrechte Prunksammlungen zu. Auch holländische Handwerker und Künstler hatten diesen Markt entdeckt. Beispielsweise war dies für die damaligen Tischler gar nichts Ungewöhnliches: sie mußten ein Meisterstück in Miniatur herstellen zur Aufnahme in die Gilde (man ging davon aus, daß dies ja noch schwieriger ist als ein richtiges Möbelstück zu bauen). Oft war es ein Hobby sehr reicher Damen - sie legten sich eine Kunstsammlung an wie ihre Männer, jedoch eben in Miniatur.

Ganz anders war es um diese Zeit in England: Puppenhäuser waren hier eher für Kinder gedacht, diese durften aber nur manchmal und nur unter Aufsicht damit spielen. Bekannt ist hier das Haus von Anne Sharp aus dem Jahre 1691 - ein Geschenk der Patentante Queen Anne. Es wurde damit zwar gespielt, aber doch auch gleichzeitig die Haushaltsführung gelernt, was durch ihr Tagebuch überliefert wurde.

18. Jahrhundert

Erstmals wurden Puppenhäuser rein zum Vergnügen hergestellt. Die Schwarzburger Gräfin Augusta Dorothea (1666-1751) schuf durch ihre Puppenhaussammlung ein Abbild ihrer Zeit in Miniatur. Sie besaß eine umfangreiche Sammlung von 26 Häuser, 411 Puppen, 84 Stuben, darunter Ladenstrassen, Marktplätze und ein Theater. Nicht nur ihre Sammelleidenschaft sondern auch die Herstellung von "Mon Plaisier" verschuldet die Fürstin zusehends. Diese Meisterwerke können heute im Museum „Mon Plaisir“ in Arnstadt (Thüringen) besichtigt werden.

In England wurden im 18. Jahrhundert Häuser als Kopien bestehender echter Häuser, meist mit Fassade und Treppenhaus, von Architekten oder berühmten Möbelbauern wie z. B. Thomas Chippendale gebaut.

In Holland entstanden weitere Schrankhäuser. Besonders bekannt ist der Kabinettschrank von Sarah Rothé Ploos von Amstel. Sie hat ausführliche Tagebücher über jede kleinste Kleinigkeit geführt.

Aus Holland ist ein Puppenhaus aus dem Jahr 1850 erhalten geblieben, das fünfzehn prunkvoll eingerichtete Miniaturzimmer zeigt.

19. Jahrhundert

Durch die Industrialisierung wurden Puppenhäuser erschwinglich für mehr Leute, auch solche aus kleineren Verhältnissen.
Dies hatte aber auch zur Folge, daß eher kleinere Stücke entstanden: einzelne Stuben, Küchen, Geschäfte, kleinere Häuser, zumeist als Spielzeug für die Kinder reicher Bürger. Diese Entwicklung vollzog sich sowohl in Holland als auch in England, aber vor allem in Deutschland. Die deutsche Spielzeugindustrie war dabei tonangebend. Durch das deutsche Dezimalsystem festigte sich der Maßstab 1:10 für diese "Spielhäuser".
Ende des 19. Jahrhunderts lief auch in Amerika eine Massenproduktion von Puppenhäusern und Zubehör an. Überall gab es eine große Auswahl. Der Fortschritt hielt auch im Puppenhaus Einzug: fließendes Wasser, elektrisches Licht oder sogar ein Lift.

20. Jahrhundert

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich wieder das Interesse der Erwachsenen an Puppenhäusern.
Besonders in England entstanden berühmte Puppenhäuser wie "Titanias Palace" - dieses ist heute in Legoland in Dänemark ausgestellt. Das Puppenhaus wurde von Sir Neville Wilkinson von 1907 bis 1922 in Handarbeit hergestellt. Im Haus befinden sich 18 Zimmer und Salons mit handgefertigten Möbeln. Über 3000 Miniaturen aus der ganzen Welt sind in diesem Haus untergebracht.

Ein besonderes Prunkstück ist aber Queen Marys Puppenhaus. Es wurde 1925 von Edwin Lutyens entworfen.
Die gesamte englische Industrie wurde hierfür mobilisiert. Englische Künstler bildeten alles bis ins kleinste Detail nach.
Jedes Detail wurde im Maßstab 1:12 nachgebaut. Im Weinkeller lagern echte Spitzenweine, die Bäder haben Fließwasser und die Toilettenspülungen funktionieren. Die Aufzüge sind elektrisch betrieben und die Bücher in der Bibliothek sind handgeschrieben von berühmten englischen Autoren der Zeit.
Für Miniaturbuchfreunde ist die Bibliothek dieses Puppenhauses wohl der Hauptanziehungspunkt. Sie beherbergt eine Kunstsammlung aus über 700 Miniaturdrucken, Aquarellen, Zeichnungen und Karikaturen und eine faszinierende Büchersammlung. Die meisten Bücher wurden speziell von bekannten Schriftstellern der damaligen Zeit für das Puppenhaus geschrieben. Dies waren unter vielen anderen G.K. Chesterton, Thomas Hardy, Rudyard Kipling, Arthur Conan Doyle, und W. Somerset Maugham. Auch beliebte Klassiker gehören zu der Sammlung und einige Bibeln, einen Koran, eine komplette Shakespeare-Ausgabe und sämtliche Standard-Nachschlagewerke der Entstehungszeit. Auch ein in Leder gebundenes Briefmarkenalbum ist vorhanden, in dem sich detailgetreue Reproduktionen von Briefmarken befinden (z.B. Rudyard Kipling, G.B. Shaw). Nach drei Jahren Bauzeit wurde die riesige Anlage dann ausgestellt. Das Publikum war begeistert!

Nicht zuletzt dadurch wurde das Puppenhaus als Erwachsenen-Hobby endgültig ausgelöst und setzte sich in alle englischsprachigen Länder fort.

Durch das englische Maßsystem wurde hierfür aber der Maßstab 1 Zoll : 1 Fuß, also 1:12 verwendet.

Mord im Puppenhaus

Kriminaltechnische Ermittlungspraktiken und Spurensicherung befanden sich in den 30er Jahren noch in den Kinderschuhen. Allzu oft wurden damals noch wichtige Beweismittel am Tatort vernichtet, Indizien übersehen oder nicht richtig gedeutet. 1936 gründete Frances Glessner Lee das Institut für Rechtsmedizin in Harvard. Um angehende Kriminalisten zu schulen, bastelte sie mit einer unerhörten Akribie verschiedene authentische Tatorte als Modelle nach. Anhand dieser Puppenhäuser, in denen jeder Fleck auf der Tapete und jedes Brandloch im Teppich detailgetreu nachgestellt sind und kleine Puppenleichen exakt die Verletzungen aufweisen wie die echten Leichen, konnten die Ermittler den Tatort aus jedem Winkel betrachten.

18 dieser makabren Puppenhäuser sind erhalten geblieben. Die Fotografin Corinne May Botz hat den grausigen Barbie-Tod mit suggestiven Kameraeinstellungen aus vielen Perspektiven fotografiert.

Das Hobby Puppenhäuser und Miniaturen heute

In der neueren Zeit war das Hobby im Ausland schon sehr verbreitet, zuerst in England und dann auch in Amerika.
In Amerika wurde der Maßstab 1:12 verwendet, aber es entwickelte sich auch ein ganz eigener Stil.
Es gibt zeitgemäße Häuser, Häuser in verschiedenen Epochen des vorigen Jahrhunderts (60er Jahre, 70er Jahre, etc.).
In England dagegen werden Puppenhäuser nach wie vor eher im Stil der vergangenen Jahrhunderte eingerichtet.

Seit ca. 10 Jahren findet dieses Hobby auch in Holland immer mehr Anhänger. Dabei wurde der Maßstab 1:12 übernommen, da die Auswahl der englischen und amerikanischen Lieferanten schon sehr groß war.

Und nun schwappt das Hobby gewissermaßen nach Deutschland zurück, wo alles begonnen hat, und verbreitet sich auch hier rasch. sAuch gibt es ein tolles Museum in Heesch (kurz vor Nimwegen), wo einige antike, aber vor allem auch sehr viele neuzeitliche Ausstellungsstücke zu bewundern sind. Dort bekommt man den besten Überblick, wie vielfältig dieses wundervolle Hobby heutzutage ist, für kleine und große Kinder, für Sammler und Liebhaber.

Es ist eine ganze Industrie rund um dieses Hobby entstanden mit Produkten in allen Qualitäts- und Preisklassen, bis hin zu erlesenen Kunststücken weltweit anerkannter Künstler. Aber es gibt auch für jedermann Erschwingliches. Dabei wird immer noch überwiegend ein nostalgischer Stil bevorzugt, obwohl allmählich auch moderne Einrichtungen vermehrt angeboten werden

Dieses wunderschöne Hobby ist in den meisten Fällen nichts, womit man sich mal vorübergehend beschäftigt, es entwickelt sich fast immer zu einer Leidenschaft ...

Miniaturen im Maßstab 1:12

Dieser Maßstab ist durch das englische Maßsystem 1 Zoll : 1 Fuß, also 1:12 entstanden und wurde in Europa übernommen, da es schon so viele Artikel englischer und amerikanischer Anbieter gegeben hat.

Es ist nicht immer alles im Maßstab 1:12 wo auch 1:12 oben steht.
Das ist oft nicht gleich ein Fehler, denn viele Artikel können im Maßstab 1:12 gar nicht mehr dargestellt werden.
Am Besten kann man das mit einem Ei erklären. Die meisten Miniatur-Hühnereier werden mit ca. 0,6 cm hergestellt. Wenn man das mit 1:12 (x12) umrechnet, entspricht das einem echtem Hühnerei von 7,2 cm Höhe und das ist schon ein "riesiges" Hühnerei (die arme Henne, oder der glückliche Bauer).

Hier einige Maßbeispiele als Hilfe:

Ein flacher Teller von Ihrem Gebrauchsporzellan im Küchenkasten hat ca. 24 cm Durchmesser, im Maßstab 1:12 sollte daher ein Miniaturteller einen Durchmesser von 2 cm haben.

Puppenhausbewohner (Erwachsene) haben meistens eine Höhe von 14-18 cm. Das entspricht einem Erwachsenen von ca. 170-200 cm.

Die Raumhöhe eines Puppenhauses von 25 cm entspricht einer Raumhöhe vom 3 Meter, die Raumhöhe von 20 cm entspricht einer Raumhöhe von 2,40 Meter.


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